Gründungsmitglied und Ehrenmitglied der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V.

 

Am Sonntag, den 9. September 2018, ist Professor Dr. sc. silv. Peter Haschke, unser Ehrenmitglied der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. (FEE), gestorben. Der Verlust schmerzt.

Peter Haschke gehörte zu den sieben Aufrechten, die vor 25 Jahren die FEE Innovationsnetzwerk für Zusammenarbeit von Wissenschaft und damals neugegründeten innovativen Unternehmen schufen und strategisch auf die vollständige Transformation des Energiesystems zur Bewahrung der Lebensgrundlagen ausrichteten. Er regte uns an, das zuerst im Forstwesen entwickelte Prinzip der Nachhaltigkeit auf das Energiewesen als Kern des Klimaschutzes zu übertragen.

Dieser Impuls entstammte aus seiner Tätigkeit als ordentlicher Professor an der traditionsreichen Forstfachhochschule Eberswalde, wo er sich früh um eine moderne Forstwissenschaft in Verbindung mit der Forstwirtschaft bei der Einführung neuer Forsttechnik nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit beim Umbau der Wälder verdient gemacht hatte. 1990 wurde er von den über die neuen Bundesländer herziehenden Evaluatoren aus seiner Funktion entfernt und in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geschickt.

 

Peter Haschke nahm es wörtlich. Er hatte längst einen bestehenden Mangel erkannt: die vernachlässigte, ja, anfangs oft ins Lächerliche gezogene energetische Nutzung von Holz. Mit strategischem Weitblick, bewundernswertem Enthusiasmus und zwingender Überzeugungskraft gegenüber Wissenschaftlern, seinen Forstkollegen, den neu in ihre Ämter etablierten Verwaltungsmenschen, Planern und Ingenieuren und der breiten Öffentlichkeit setzte er sich für moderne Holzenergie als eine unverzichtbare erneuerbare Energieform ein. Bereits 1993 führte die FEE unter seiner Leitung in Glaubitz, genau genommen in dem im Aufbau befindlichen modernsten Technologiezentrum Sachsens, eine erste Länder übergreifende Fachtagung „Heizen mit Holz“ durch. Peter Haschke baute eine ABM-Gesellschaft auf, arbeitete wissenschaftliche Grundlagen zur Potenzialerfassung aus und überzeugte gestandene Braunkohleverbrenner, wie unser unvergessenes Mitglied Dr.-Ing. Günter Weidlich.

Die ersten Holzheizwerke Brandenburgs in Dörfern, Forstverwaltungen werden immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Genauso groß ist sein Verdienst an seiner Alma Mater, der Hochschule für Nachhaltigkeit Eberswalde und an der FEE-Arbeitsgruppe „Vergasung von Biomasse“. Hier ist besonders die Vorarbeit zu unterstreichen, die bereits im Jahre 2000 durch die FEE-Studie „Beitrag zur Standardisierung von Holzbrennstoffen“ unter der Leitung von Peter Haschke für den späteren Erfolg von Kleinvergasern geleistet worden ist. Dazu zählt auch das visionäre Ergebnis einer Studie im Auftrage des Brandenburger Umweltministeriums, durch Errichtung eines Biomassevergaserzentrums in der Lausitz die Erfahrungen der Kohle- und Sekundärrohstoffvergasung zu nutzen.

Als im selben Jahr das EEG eingeführt wurde, hat die FEE im Auftrag eines internationalen Konzerns gemeinsam mit der Ingenieurgesellschaft für Energie- und Kraftwerkstechnik GmbH das Waldenergieholzpotenzial Ostdeutschlands untersucht und frühzeitig festgestellt, dass es nur noch für maximal drei bis fünf Holzheizkraftwerke ausreichend Brennstoffe gibt und nicht für das eingebildete Dutzend.

Das führte Peter Haschke, für den Durchforstungs- und Kronenholz nie Restholz, sondern immer wertvolles Energieholz war, sehr früh zu seinem nächstem Einsatzfeld, den Anbau von Holz in Kurzumtriebsplantagen.

So wirkte er beim Aufbau der I.N.E. Internationale Vereinigung zur Förderung nachhaltiger Rohstoffe/ Energiepflanzen mit und zeigte einen unermüdlichen Einsatz für Flurgehölze mit ihrem Mehrfachnutzen für die Wasserhaltung, den Windschutz und die Energieproduktion.

Peter Haschke war für die FEE immer auch Verbindungsmann, nicht nur zur schon erwähnten I.N.E, sondern auch zur Hochschule für Nachhaltigkeit für Eberswalde (HNE), an der er einen Lehrauftrag erhielt. Mit der HNE letzterer führten wir die ersten Tagungen in Brandenburg Mitte der 1990er zur Holzenergie durch, stellten später das Forschungsprojekt DENDROM auf die Beine und machten unsere ersten Schritte in der Zusammenarbeit mit Kolumbien in „BananEnergy“ und gingen auch in Peter Haschkes geliebte Kooperationsländer Tschechien und Slowakei.

Kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag vollendete er mit befreundeten Kollegen ehrenamtlich das Standardwerk „Technik für den Wald - Eine Retrospektive zur Entwicklung der forstlichen Verfahrenstechnik in der DDR“. Hubertus Kraut, Direktor des Landesbetriebs Forst Brandenburg, der für die Veröffentlichung sorgte, sagte ihm und seinen Mitstreitern Dank mit Worten, die auch unser Gruß sein können: Den Forstleuten sei es gelungen, „eine Atmosphäre des schöpferischen Miteinanders zu bewahren und mit einer bemerkenswerten Kreativität und viel Innovationsgeist die Entwicklung der Forsttechnik, der Verfahren zur Humanisierung der Waldarbeit in einer Vielfalt voranbrachten, die respektvolles Staunen hervorruft.“

 

Lieber Peter, scherzhaft und bewundernd haben wir Dich als unseren „Holzhackschnitzelpapst von Ostdeutschland“ auf den Arm genommen. Wir danken Dir und verneigen uns vor Dir und Deinem Lebenswerk.

Am 29. September 2018 haben wir unseren Professor Peter Haschke auf seinem letzten Weg aus seinem „kleinen Haus am Wald“ auf den Waldfriedhof Eberswalde begleitet.



Dr. Georg Wagener-Lohse      Eberhard Oettel
Vorstandsvorsitzender      Ehrenmitglied