17.09.2020 | Berlin

Am 14. September 2020 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Referentenentwurf zum EEG 2021 veröffentlicht. Was bedeuten die Gesetzesänderungen für die Bioenergie und für Holzgas?

  • Bioenergie ist gewollt: Das Gesetz formuliert einen konkreten Ausbaupfad. Dieser zielt darauf ab, dass die installierte Leistung an Biomasseanlagen auch in den nächsten Jahrzehnten auf dem heutigen Level bleibt.

  • Gleichzeitig wird Bioenergie nicht ermöglicht: Im Widerspruch zu den Ausbauzielen gibt es keinerlei Vergütungserhöhung. Generell sind nur Anlagen gewollt, die an Ausschreibungen teilnehmen. Deren Höchstgebotswerte für Neuanlagen bleiben sehr niedrig. Sie liegen bei aktuell 14,44 Cent und werden durch die gesetzlich verankerte Degression weiter sinken.

  • Risiko Strombörse: Wer an Ausschreibungen teilnimmt, muss seinen Strom an der Strombörse vermarkten. Im Gegensatz zur bisherigen Regelung sieht das neue EEG vor, dass EE-Anlagen in Phasen negativer Preise an den Strombörsen keine Vergütung mehr erhalten. Es ist für alle Beteiligten schwer zu prognostizieren, wie hoch die Vergütungsausfälle in den darauffolgenden 20 Jahren sein werden. Vielleicht sind sie sehr hoch, vielleicht aber auch kaum spürbar. Fakt ist, dass Banken diese Prognosen durchführen und in die Finanzierung der Projekte einpreisen.

  • Südquote als weiterer Stolperstein: Die Hälfte aller neuen Bioenergieanlagen muss in Süddeutschland entstehen. Das grenzt die Möglichkeiten für neue Projekte weiter ein.

  • Lichtblick Biomethan: Biomethan soll mit einem gesonderten Ausschreibungsvolumen gefördert werden.

Vor diesem Hintergrund schlägt die Fördergesellschaft erneuerbare Energien folgende Änderungen im Entwurf des EEG 2021 vor:

 

 

 

Wie geht es weiter?

  • Am 23. September beschließt das Bundeskabinett eine neue Gesetzesfassung.

  • Ab Oktober beginnen die erste, zweite und dritte Lesung im Parlament.

  • Am 1. Januar 2021 tritt das Gesetz in Kraft.