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Interview mit Dr. Torsten Birth, dem neuen Leiter der AG Biomassevergasung in der FEE

 

Herr Dr. Birth, wieso begeistern Sie sich für die Holzvergasung?

 

Das begann schon 2008: Da stieg ich im Fraunhofer IFF als studentische Hilfskraft ein und beschäftigte mich mit Dampfreformierung als nachgeschalteten katalytischen Prozess zur Wirbelschichtvergasung. Das war mein erster Kontakt mit dem Thema Vergasung, wir beschäftigten uns damals mit Holz und alternativen Stoffen in Gemischen.

Und es war reizvoll, noch mehr aus dem Thema rauszuholen. 2012 habe ich nach Praktikum und Diplomarbeit bei BASF und Bayer direkt in der Thematik der Gasaufbereitung nach Reststoffvergasungsanlagen begonnen.

Da lag es nahe, auch aktives Mitglied in Arbeitsgruppe Biomassevergasung der FEE zu werden. Die Begeisterung, die die Hersteller und Herr Bräkow für die Technologie hatten und haben, schwappte einfach über und besteht bis heute.

 

Worin sehen Sie die besondere Leistung der Holzvergasung?

 

Die herausragenden Leistungen sind vielfältig vor allem von den Herstellern erbracht worden. Es ist sehr faszinierend mit anzusehen, wie gerade in der DACH-Region Hersteller ohne klassische FuE-Unterstützung ausgehend von einer Idee, einer Pilotanlage oder aus dem Scheitern anderer heraus funktionierende Technik am Markt positionieren konnten und durch beständige Weiterentwicklung als Reaktion auf den Markt diesen über die Jahre bedienen können. Die Hersteller decken hierbei das Spektrum der individuellen Anlagen nach Kundenlösung genauso ab wie das klassische Serienprodukt – eine solche Vielfalt ist mehr als beeindruckend! Seit 2008 sind mehr als 1000 Anlagen ausgeliefert und in Betrieb genommen wurden, das war ein Meilenstein für die Branche und die Thematik.

 

Worauf wollen Sie sich in Ihrer Arbeit als Leiter der AG Biomassevergasung bei der FEE fokussieren?

 

In Zusammenarbeit mit der FEE möchte ich als AG-Leiter den Mitgliedern gemeinsam ein Umfeld zur Diskussion, Besprechung und Weiterentwicklung bieten. Hierfür sehe ich mich klar in der Vermittlerrolle zwischen den Akteuren, um den einzelnen Zielstellungen der Mitglieder gerecht werden zu können.

Ich erhoffe mir, dass wir als FEE e.V. die Branche als Aushängeschild der Biomassenutzung weiter positionieren können, um so langfristig den Mitgliedern zu helfen. Sowohl bei gemeinsamen, einzelnen als auch themenübergreifenden Fragestellungen.

 

Zur Person:

 

Dr. Torsten Birth, Jahrgang 1987, Studium der Verfahrenstechnik in Magdeburg. 2018 Promotion zum Thema „Aufbereitung biogener und reststoffbasierter Gase: Untersuchung der trockenen Reformierung“. Aktuell arbeitet Dr. Torsten Birth als Senior Engineer am Fraunhofer IFF Magdeburg. Seine Arbeitsschwerpunkte sind bedarfsgerechte PtX-Systeme für Industrie und Gewerbe (Standortentwicklung, Prozessimulation, Anlagenentwicklung, Betriebsoptimierung und Begleitung), Ressourceneffizienz (Reststoffnutzung und Verwertung in Vergasungs- und Verbrennungssystemen) und grenzwertoriente Methodiken zur Bewertung von Prozessketten und Einzelsystemen.